Perfekt


Wenn wir über die Vergangenheit sprechen, benutzen wir im Deutschen das Perfekt oder das Präteritum, seltener das Plusquamperfekt. Aber am meisten kommt in der gesprochenen Sprache das Perfekt vor. Das Perfekt ist eine sogenannte zusammengesetzte Zeitform. In der Sprachwissenschaft (Linguistik) wird statt des Begriffs Zeitform auch der Ausdruck Tempus oder Tempusform verwendet.



Das Perfekt setzt sich aus einem Hilfsverb (haben oder sein ) und dem Partizip II des eigentlichen Verbs, auch Vollverb genannt, zusammen. Das Hilfsverb wird nach dem Subjekt des Satzes konjugiert, das Partizip II ist immer gleich.


Beispiele:


  1. ich habe geredet – Ich habe gestern mit meinem Vater geredet.
  2. er ist gekommen – Peter ist gestern aus Hamburg gekommen.
  3. Peter hat das Auto in die Garage gefahren.
  4. Irene hat ihren Hund in den Urlaub mitgenommen.
  5. Peter repariert die Maschine, nachdem er sie gereinigt hat.


Hier kannst du lernen oder wiederholen und üben, wie die Hilfsverben im Deutschen konjugiert werden. (no page yet)



Hier findest du die Regeln zur Bildung des Partizip II. Das ist eine wichtige Form, denn im Deutschen bildet man auch das Plusquamperfekt und das Passiv damit.



Jetzt zeigen wir hier, wann man die Hilfsverben sein und haben benutzt.



Perfekt mit "haben"


1. Transitive Verben

Transitiv nennen wir solche Verben, die im Satz mit einem Akkusativobjekt auftreten müssen oder können. Es gibt sehr viele transitive Verben in der deutschen Sprache. Wenn du dir nicht sicher bist, ob ein Verb transitiv ist, dann kannst du versuchen, einen Satz ohne Akkusativobjekt zu bilden – dann merkst du vielleicht, dass es bei manchen Verben unmöglich ist, einen Satz ohne Objekt zu bilden. Meistens fehlt dann eine Information, die auf die Frage was? (bei Personen wen) antwortet. (z.B. kaufen, stellen). Das funktioniert auch in anderen Sprachen, z. B. Englisch.


Beispiele:

  1. Ich möchte. Was? --> Akkusativ! – Ich möchte einen Hamburger. in English: I'd like. What? --> Accusative case! – I'd like a hamburger.
  2. Peter schenkt. Was? --> Akkusativ! – Peter schenkt (Klaus) eine neue Uhr. in English: Peter gives. What? --> Accusative case! – Peter gives (Mary) a new watch.


Von den meisten transitiven Verben kann man auch ein Passiv bilden. Dann wird aus dem Akkusativobjekt ein Subjekt.


Beispiele:

  1. Aktiv: Peter kauft einen neuen Computer.
  2. Passiv: Ein neuer Computer wird (von Peter) gekauft.









Extra: Das funktioniert nicht bei allen transitiven Verben. Eine Reihe von Verben haben zwar Akkusativobjekte bei sich, können jedoch kein Passiv bilden, z. B.: bekommen, enthalten, kosten. Sätze wie Ich habe das Buch bekommen oder Das Päckchen enthält ein Buch können nicht ins Passiv transformiert werden (falsch*: Das Buch wird von mir bekommen. oder *Das Buch wird von dem Päckchen enthalten). Solche Verben werden in manchen Grammatiken als Mittelverben bezeichnet.



Transitive Verben bilden das Perfekt immer mit dem Hilfsverb haben, auch wenn es Verben der Bewegung oder Veränderung sind, die das Perfekt normalerweise mit dem Hilfsverb sein bilden.


Beispiele:

  1. Peter ist von Helsinki nach Berlin mit dem Auto gefahren.
  2. Peter hat das Auto in die Garage gefahren.


Auch reflexive Verben (z. B. sich waschen, sich verabreden, sich...) bilden das Perfekt mit haben. Dabei steht das Reflexivpronomen sich nach dem Hilfsverb haben. So genannte durative Verben, die die Dauer oder den Verlauf eines Vorganges anzeigen (arbeiten, blühen, fahren, liegen, malen, wohnen) und unpersönliche Verben, die nur mit dem Subjekt es stehen (z. B. Witterungsverben regnen, schneien) bilden das Perfekt ebenfalls mit sein. Das Pronomen es bei den Witterungsverben steht direkt nach den Hilfsverb sein.

Beispiele:

Paul hat sich die Haare gewaschen.

Armin hat sich im Internet über die neuesten Computer informiert.

Hanna hat diese Woche 54 Stunden gearbeitet.

Katharina hat acht Stunden geschlafen.

Im letzten Winter hat es fast gar nicht geschneit.

In unserem Urlaub hat es pausenlos geregnet.

Perfekt mit "sein"

Verben, die eine Ortsveränderung ausdrücken (z. B. fahren, gehen, fliegen) bilden ihr Perfekt mit dem Hilfsverb sein. Auch andere Veränderungen wie die Veränderung der Position oder der Lage (z. B. aufstehen [sitzen > stehen], fallen [stehen > liegen]) oder eine Zustandsveränderung (z. B. sterben [lebendig > tot], wachsen [klein > groß]), bilden das Perfekt mit sein.

Beispiele:

Hannes ist mit dem Auto nach Flensburg gefahren.

Bis nach Hamburg sind wir geflogen, danach sind wir mit dem Zug weitergefahren.

Gestern Abend bin ich sehr spät eingeschlafen, trotzdem bin ich heute schon um sechs Uhr aufgestanden.

In diesem Jahr regnet es zu wenig, alle Blumen im Garten sind leider schon verwelkt.

Beethoven ist im Jahre 1827 gestorben.

Hier sind einige Übungen, wo du das Perfekt trainieren kannst. Am besten gehst du sie der Reihe nach durch.

Übung 1.